Das Internet Protokoll (IP) ist weltweit die erfolgreichste Technologie für die Datenübertragung. Nicht nur Daten werden damit übermittelt, sondern auch Bilder, Filme, Musik und Sprache. Durch die Einführung von All IP vereinfacht sich die Kommunikation maßgeblich. Denn alle Dienste – die Festnetztelefonie eingeschlossen – laufen dadurch über dasselbe Netz. Deshalb stellt Swisscom und die meisten anderen Telekomanbieter ihre herkömmlichen, TDM (Time-Division Multiplexing) basierten Telefonieservices schrittweise auf das Internet Protokoll um.
All IP ist ein weltweiter Trend, der eine veraltete und nicht mehr zeitgerechte Technologie durch eine moderne und zukunftsgerichtete ersetzt. Dank All IP kann Swisscom schneller auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und ihre Produkte entsprechend weiterentwickeln. Leider gibt es für Swisscom Kunden, welche seit Jahren Swisscom-TV 1.0 problemlos über eine FritzBox betrieben hatten, ein Problem bei der Umstellung von Swisscom-TV 1.0 auf Swisscom-TV 2.0.

Welche FritzBox-Besitzer sind von der Umstellung betroffen?

Folgende FritzBox-Besitzer, welche beabsichtigen Swisscom-TV 2.0 inkl. Festnetzanschluss mit Ihrer bestehenden FritzBox weiter zu betreiben, könnte diesen Blog-Artikel interessieren:

  • Kunden von ADSL/VDSL-Telekomanbietern (Sunrise, Orange, etc.) mit Festnetzanschluss herkömmlicher TDM-basierter Festnetztechnologie
    Sie interessieren sich für eines der aktuellen Swisscom-TV 2.0 Abos und wären bereit zum Anbieter Swisscom zu wechseln, sofern sich die bestehenden Features Ihrer FritzBox weiterhin nutzen lassen.
  • Kunden mit bestehendem Swisscom-Abo mit Festnetzanschluss herkömmlicher TDM-basierter Festnetztechnologie
    Als zufriedener Swisscom Kunde nutzen Sie anstelle des Swisscom-Routers Ihren eigenen FritzBox-Router, da Sie den erweiterten Funktionsumfang der FritzBox nicht mehr missen wollen. Oder vielleicht hatten Sie vor Jahren ein Abo mit ISDN-Anschluss, da Sie mehr als eine Telefonnummer benötigten. In der Zwischenzeit haben Sie jedoch von ISDN auf einen analogen Telefonanschluss umgestellt und Ihre weiteren Telefonnummern mittels VOIP-Anbieter in der FritzBox gelöst. Bei dieser Gelegenheit konnten Sie Ihre bestehenden ISDN-Telefone dank des S0-Bus der FritzBox weiterhin betreiben (Investitionsschutz).

Worin liegt nun das Problem?

Durch die Umstellung der herkömmlichen TDM basierten Festnetztechnologie auf die IP basierte Technologie, wird das Telefonsignal nicht mehr vom DSL-Splitter der Telefondose abgegriffen und an das Telefonendgerät weitergeleitet, sondern bereits intern im angeschlossenen Swisscom-Modem verarbeitet. Somit ist der Kunde gezwungen sein analoges Telefon an dem von Swisscom zur Verfügung gestellten Modem anzuschließen.
Obwohl die FritzBox mit der aktuellsten Firmware, All IP voll umfänglich unterstützt und der Hersteller AVM sogar in der CH-Version ein Konfigurations-Profil mit dem Namen „Swisscom All-IP“ integriert hat, lässt sich die FritzBox zwar als Modem-Ersatz für das Swisscom-Modem nutzen, allerdings nur sofern KEINE Festnetztelefonie genutzt werden soll.
Der Grund liegt an der momentanen Geschäftspolitik (Stand 2015) von Swisscom, welche die für den Betrieb der IP-Telefonie notwendigen SIP-Daten nicht herausgeben möchte. Sofern dem Kunden diese SIP-Daten zur Verfügung stünden, könnte dieser seine bestehende FritzBox als vollständigen Modem-Ersatz für das Swisscom-Modem inklusive der All IP Festnetztelefonie nutzen. Aus Sicht von Swisscom besteht der Wunsch einer Vereinheitlichung der für den Betrieb von Swisscom-TV 2.0 notwendigen Hardware. Damit verspricht sich die Schweizer Telekom eine markante Reduktion ihrer Support anfragen. Da auch der Deutsche FritzBox Hersteller AVM ein Interesse hat, seine Produkte weiterhin im Schweizer Markt erfolgreich anzubieten, besteht durchaus noch Hoffnung das die Swisscom Ihre bestehende Politik nochmals überdenken könnte.

Welche Lösungen stehen dem FritzBox-Besitzer heute zur Verfügung?

  1. FritzBox als Router im IP-Client-Mode zusätzlich zum Swisscom-Modem betreiben
    Wenn Sie nicht mehr auf die vielfältige Funktionalität Ihrer FritzBox verzichten wollen und dafür ein geringer zusätzlicher Stromverbrauch des Swisscom-Modems in Kauf nehmen, verbinden Sie Ihre FritzBox im IP-Client-Mode über den LAN-Anschluss mit dem Swisscom-Modem. Anschliessend verbinden Sie das zur FritzBox mitgelieferten Y-Kabel mit der FritzBox und das schwarze Kabel des Y-Kabels mit dem Swisscom-Modem um das Telefonsignal in die FritzBox zu schleifen. Eine Schritt für Schritt Anleitung aller notwendigen Einstellungen steht Ihnen kostenlos im Mitgliederbereich von UniqueService unter dem Menü Produkte – kostenfrei zur Verfügung.
  2. Swisscom-TV 2.0 mit Swisscom-Modem betreiben
    Wenn Sie mit den Möglichkeiten der von Swisscom bereitgestellten Hardware leben können, verwenden Sie das mitgelieferte Swisscom-Modem. Damit stellen Sie sicher, dass Sie bei auftretenden Problemen jederzeit durch den Swisscom-Support Unterstützung erhalten.
  3. Interne SIP-Daten von Swisscom-Modem auslesen und in der FritzBox als VOIP Account verwenden
    Im Internet kursieren Lösungen, welche mit einem technischen Kunstgriff die für die Festnetztelefonie notwendigen SIP-Daten aus dem Swisscom-Modem ausgelesen werden, um diese anschliessend als VOIP-Account in der FritzBox wieder verwenden zu können. Damit besteht die Möglichkeit die FritzBox als Modem-Ersatz für das Swisscom-Modem zu betreiben. Diese Lösungsvariante setzt spezifisches Expertenwissen voraus und sollte nur durch Spezialisten angewandt werden, da bei Problemen keine verlässlichen Support Instanzen zur Verfügung stehen!

Falls ich Ihnen mit diesem Artikel helfen konnte, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen. Welches sind Ihre Erfahrungen mit Swisscom-TV 2.0 und deren Nutzung mit der FritzBox?

Ich wünsche Ihnen bei der Umsetzung Ihrer Swisscom-TV 2.0 Lösung viel Erfolg.

Herzlichst
Urs Kobler

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Urs Kobler ist Autor und Inhaber der Unique Service Kobler GmbH mit Sitz in der Schweiz.

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