Als SAKnet-Partner stelle ich immer wieder fest, dass in bestimmten Haushalten externe Telefonklingeln installiert sind. Dabei handelt es sich oft um zusätzliche Klingeln zum Telefonapparat, welche an einem zentralen Ort fest an der Wand montiert wurden, um das Läuten des Festnetztelefones akustisch besser hören zu können.

Dieser Zusatzdienst wurde in der Vergangenheit oftmals durch Menschen mit einer Hörschwäche oder von Landwirtschafts- und Handwerksbetrieben, beim Schweizer Telekommunikationsanbieter Swisscom angefordert.

Da ich immer wieder von Kunden gebeten wurde, die bestehende extern installierte Telefonklingel nach einer Umstellung auf IP-Telefonie weiter betreiben zu können, habe ich mir dieses Thema genauer angeschaut.

Funktionsprinzip analoger Telefonklingel

Als Rufspannung (auch Rufton bezeichnet) wird in der Fernmeldetechnik die elektrische Spannung bezeichnet, die bei analogen Telefonanschlüssen und zur Anrufsignalisierung eines ankommenden Anrufs beim gerufenen Teilnehmer dient.

Im öffentlichen Telefonnetz in der Schweiz ist die Rufspannung eine Wechselspannung in Höhe von 60 Volt mit einer Frequenz von 25 Hz. Sie wird vom Ruftongenerator erzeugt. Ruftongeneratoren sind heute elektronische Wechselrichter für deren Steuerung stehen spezielle integrierte Schaltungen zur Verfügung (z.B. der Schaltkreis UCC2750), die die länderspezifischen Ruftonfrequenzen aus einer Gleichspannung von meist 48 Volt erzeugen. Die Rufspannung wird in der Vermittlungseinrichtung (Vermittlungsstelle, Telefonanlage bzw. Router) erzeugt.

Was ändert nach der Umstellung von Analog- zu VoIP-Telefonie?

Nach der Umstellung von der Analog- zur VoIP-Telefonie, verwenden die meisten Provider Router mit integrierten Adaptern. Damit lassen sich die bestehenden Telefone weiter nutzen, sofern diese das Frequenzwahlverfahren beherrschen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie zuvor ISDN– oder analoge Telefone betrieben haben. Flexible Provider, wie z.B. SAKnet setzen den Router FritzBox 5490 des Herstellers AVM mit entsprechenden Schnittstellen ein. Damit ist sogar ein Mischbetrieb von analogen-, ISDN- und DECT-Telefonen möglich.

Betrieben Sie vor der Umstellung eine externe an die Wand montierte Telefonklingel, lässt sich diese in der Regel einfach weiter benutzen, sofern die Telefonklingel mit dem analogen Telefonanschluss des Routers elektrisch verbunden ist.

Damit dies weiterhin funktionieren kann, ist durch den Installateur eine sogenannte Telefonrückeinspeisung einzurichten, welche den analogen Telefonanschluss des Routers mit dem analogen Telefonsystem des Gebäudes verbindet. Sofern der Kunde nicht explizit erwähnt, dass nach der Umstellung die externe Telefonklingel weiter zu betreiben ist, wird der Installateur den dafür notwendigen Aufwand nicht betreiben.

Voraussetzungen für den Betrieb externer Telefonklingel

  • Impedanz der externen Telefonklingel korrespondiert mit Router-Anschluss

    Der analoge Telefonanschluss des Routers besitzt eine maximale elektrische Leistung, welche zum Betrieb der externen Telefonklingel benötigt wird. Bestimmte Typen von externen Telefonklingeln, lassen sich darum nicht mit dem analogen Telefonanschluss betreiben, da diese nicht über die dazu notwendige elektrische Leistung verfügen.

  • Rückeinspeisung vom analogen Telefonanschluss des Routers ins Haus-Telefonsystem

    Damit die sich im Telefonsystem des Gebäudes befindliche externe Telefonklingel betreiben lässt, ist der analoge Telefonanschluss vom Router mit dem Telefonsystem des Gebäudes zu verbinden.

  • Abkopplung der stillgelegten Amtsleitung vom Telefonsystem des Gebäudes

    Zur Sicherstellung, dass die nicht mehr betriebsbereite Amtsleitung kein Signal auf den analogen Telefonanschluss des Routers einspeisen kann, ist die Amtsleitung vom Telefonsystem des Gebäudes elektrisch zu trennen.

Für Kunden des Providers SAKnet, welche ihre bestehende externe Telefonklingel nach der Umstellung zur aktuellen VoIP-Telefonie weiter betreiben wollen, nachfolgend zwei Lösungen aus meiner Praxis.

Lösung-1

Swisscom TR96-1A
Swisscom TR96-1A

Der Kunde besaß vor der Umstellung eine im Hausgang montierte externe Telefonklingel vom Typ TR96-1A. Diese konnte mittels Rückeinspeisung des analogen Telefonanschlusses der FritzBox 5490 (FON 1) ins Telefonsystem des Gebäudes problemlos weiter betrieben werden.

Telefonklingel mit FritzBox

Lösung-2

Der Kunde besaß vor der Umstellung eine im Hausflur montierte externe Telefonklingel mit ungeeigneter Impedanz für den Betrieb mit der FritzBox. Durch den Austausch der bestehenden externen Telefonklingel durch das Model Depaepe Ringer Melody, ließ sich diese mittels Rückeinspeisung des analogen Telefonanschluss der FritzBox 5490 (FON 1) problemlos im Telefonsystem des Gebäudes betreiben.

Der Depaepe Ringer Melody benötigt keine externe Speisung, lässt sich mit einem AC- oder DC-Signal betreiben und besitzt vier unterschiedliche in der Lautstärke regulierbare Melodien.

Fazit

Falls sich Ihre bestehende externe Telefonklingel mit dem von Ihrem Provider zur Verfügung gestellten Router nicht betreiben lässt, fragen Sie Ihren Anbieter nach einer entsprechenden Lösung. Eine kostengünstige Alternative könnte z.B. auch der Betrieb eines zusätzlichen DECT-Funktelefons sein, welches einfach an dem Ort zu platzieren ist, welcher akustisch abgedeckt werden soll.

Ich hoffe, Sie mit diesem Artikel über die Möglichkeiten zur Verwendung einer externen Telefonklingel mit einem VoIP-Telefonsystem sensibilisiert zu haben.

Über einen Kommentar zu Ihren persönlichen Erfahrungen würde ich mich bestimmt nicht alleine freuen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Installation Ihrer externen Telefonklingel.

Herzlichst
Urs Kobler

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Urs Kobler ist Autor und Inhaber der Unique Service Kobler GmbH mit Sitz in der Schweiz.

    12 Antworten zu "Telefonklingel mit FritzBox betreiben"

    • Avatar chris

      Hallo,

      betreff „externer Klingel“ an bestehendem Telefon.

      Solange ich eine bestehende Klingel direkt an ein Analog-Port auf einem Gerät wie die einer FritzBox anschliessen kann – Null Problemo.

      Ich hatte aber folgende Anforderung:
      Anschluss einer bestehenden ext. Klingel auf ein Telefon, wo neu mit ALL-IP funktioniert und keine zusätzlichen Verkabelungen aufgrund der vorliegenden Distanz erwünscht ist.

      Bin dann nach einer längeren Recherche auf folgender Website gelandet:

      http://www.wantec.de/spezialloesungen/dect-technik/dect-tae-dtl-20.html

      Hab dann so ein Teil gekauft – Fazit: 1A-Integration!!!

      Gruess
      Chris

    • Avatar Gfeller

      Guten Tag Herr Kobler

      Vielleicht sind Sie der Experte, der einem ambitionierten Heimwerker ein paar Tipps geben kann.

      Ich kriege eine Fritzbox 5490, die an eine Glasfaser-OTO-Dose angeschlossen wird. Neben den Netzwerkdosen, die ich an die Fritzbox hänge, möchte ich die bisherige Telefoninfrastruktur weiterhin betreiben. Ich stelle mir das so vor, dass ich die Amtsleitung kappe und dann die beiden Drähte 1a & 1b an die Kontakte 4 und 5 eines RJ11-Steckers anschliesse und diesen in „Fon1“ an der Fritzbox einstecke. Funktioniert das?
      Angaben zur bestehenden Telefoninfrastruktur: An der Amtsleitung sind insgesamt 6 Telefonsteckdosen angeschlossen. An drei Dosen sind Tastentelefone angeschlossen, an einer ein Wählscheiben-Wandtelefon. Das letztere kann ich aber – wenn es sein muss – durch ein Tastentelefon ersetzen.
      Ich habe auch einen Plan gezeichnet, kann ihn hier aber nicht hochladen.

      Freundliche Grüsse
      M. Gfeller

      • Avatar Webmaster

        Grüezi Herr Gfeller

        Bei der von Ihnen geschilderten Lösung handelt es sich um eine sogenannte Telefonrückeinspeisung. Damit lassen sich die bestehenden Telefondosen problemlos weiterhin am analogen FON1- bzw. FON2-Anschluss der FritzBox 5490 betreiben, solange es sich bei den mit den Telefonsteckdosen verbundenen Telefonapparaten um normale analoge Tastentelefone mit Frequenzwahl handelt. Wie von Ihnen richtig bemerkt, ist dazu die bestehende Amtsleitung für den störungsfreien Betrieb zu trennen. Das Wählscheibentelefon lässt sich leider nicht mit einer FritzBox betreiben, da diese das mittlerweile in die Jahre gekommene Pulswahlverfahren nicht mehr unterstützt.

        Um die FritzBox internen Treiberstufen der analogen Ports etwas zu entlasten könnten Sie diese im Idealfall aufteilen, sodass drei Telefonsteckdosen Ihrer Telefoninfrastruktur mit dem FON1-Anschluss und drei Telefonsteckdosen mit dem FON2-Anschluss betrieben werden (ist natürlich nur möglich bei entsprechender Telefonverrohrung).

        Ich hoffe Ihnen damit helfen zu können und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

        Herzlichst
        Urs Kobler

        • Avatar Gfeller

          Sehr geehrter Herr Kobler

          Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Sie haben mir sehr geholfen. Und das uneigennützig. Ich werde es ebnso halten und das gewonnene Wissen bei Gelegenheit weitergeben.

          Freundliche Grüsse

          M. Gfeller

        • Avatar Webmaster

          Grüezi Herr Gfeller

          Das freut mich, wenn ich Ihnen damit helfen konnte. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.

          Herzlichst
          Urs Kobler

        • Avatar Holger Schleuter

          Sehr geehrter Herr Kobler,

          ich möchte Sie darauf hinweisen, dass der Betrieb eines Analogtelefons mit IWF an einer Fritzbox (Stand April 2021) mit FritzOS 07.26 immer noch unterstützt wird.
          Beim Anschluss ist, wie von Ihnen angemerkt, die max. Last der Analog-Ports des jeweiligen Models der Fritzbox zu beachten, bei mir hat sich z.B. der Port einer 7390 nach Anschluss eines W48 dauerhaft verabschiedet, eine Fritzbox 7490 betreibt hier ohne zu Klagen noch einen alten Schweizer Wandapparat.

          Mit freundlichen Grüssen
          H. Schleuter

        • Avatar Webmaster

          Grüezi Herr Schleuter

          Danke für Ihren wertvollen Kommentar.

          Bestimmt sind Ihnen andere Leser bzgl. der Belastungsfrage von alten analogen Telefonapparaten an den verschiedenen AVM FritzBoxen Modellen angeschlossenen Analog-Ports (FON1/FON2) dankbar.

          Herzlichst
          Urs Kobler

    • Avatar Ulrich

      Hallo zusammen,

      ich habe zufällig https://www.uk-intech.de/index.php/produkte/telefontechnik gefunden. Sieht sehr vielversprechend aus…

      Grüsse
      Ulrich

      • Avatar Webmaster

        Grüezi Herr Hauser

        Vielen Dank für den Link zu der inspirierenden Lösung im Zusammenhang mit der Integration einer Türklingel mit einem AVM Fritz!Box Produkt.

        Ich habe mir die Möglichkeiten dieser interessanten Lösung angeschaut und werde so schnell wie möglich, versuchen diese innovative Idee in meinem eigenen Haus eingesetzten Infrastruktur zu integrieren.

        Gerne werde ich dazu meinen persönlichen Erfahrungsbericht in einem der nächsten Blog-Artikel unter https://blog.us-gmbh.ch veröffentlichen. Damit wird es möglich, viele technisch interessierte Menschen von dieser coolen Lösung partizipieren zu lassen.

        In diesem Sinne bedanke ich mich im Namen aller meiner interessierten Artikel-Leser und wünsche Ihnen weiterhin viel Freude und Spaß beim Lesen zukünftiger Artikel.

        Herzlichst
        Urs Kobler

    • Avatar Webmaster

      Grüezi Herr Schubert

      Bei der unüberschaubaren Vielfalt existierender Zusatzklingeln ohne technischer Spezifikation, empfehle ich die Zusatzklingel am FON1-Anschluss der FritzBox anzuschließen und zu testen, ob die FritzBox 6490 bzw. deren externes Netzteil die notwendige Leistung für den einwandfreien Betrieb liefert. Dies geschieht wohlverstanden auf eigenes Risiko, da auch AVM keinerlei Gewähr beim Betreiben solcher Fremdprodukte geben kann.

      Herzliche Grüsse
      Urs Kobler

    • Avatar Herbert

      Ich habe Aktuell einen Speedport Smart, der hat auf der Rückseite 2 TAE Dosen für dn Anschluß von Analogen alten Telefonen.
      Kann ich meine Externe Telefon-Zusatzklingel ▪ Wk 955 / 958 einfach mit Hilfe eines TAE Steckers mit Kabel verklemmen und dort einstöpseln und entsprechend als zweites Telefon einstellen ?

      • Avatar Webmaster

        Grüezi Herbert

        Danke für die interessante Frage. Leider kenne ich weder den Speedport Smart, noch habe ich Erfahrungen mit den externen Zusatzklingeln WK 955 bzw. 958.

        Wäre toll wenn jemand mit entsprechender Erfahrung Herbert einen Tipp geben kann.

        Herzlichst
        Urs Kobler

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