Neben den Cloud-Lösungen ist All IP dieses Jahr in aller Munde. Ab 2017 soll die Technologie zum neuen Telefonie-Standard werden. Doch was ist All IP überhaupt und was hat es damit auf sich?

Gut 155 Jahre ist es her, seit der erste Telefonprototyp von dem Deutschen Philipp Reis erfunden wurde. Schnell wurde die Telefonie wichtiger Bestandteil von Geschäftsabwicklungen, Informationsverbreitung, Kommunikation und zum Beziehungshelfer zwischen Familie, Verwandten und Geschäftspartnern. Ab den 90er Jahren kam dann noch die mobile Telefonie hinzu, die nach und nach das Telefonieren übers Festnetz ergänzte. Und nun ist es so weit: die bewährte, herkömmliche Festnetztechnologie gilt als veraltet, nicht mehr mit dem Internet konform und soll deshalb bis 2017 in der gesamten Schweiz durch All IP abgelöst werden.
Ende 2017 werden das ISDN– und analoge Netz abgeschaltet und auf All IP vereinheitlicht. Das heißt, dass Kundinnen und Kunden zukünftig nur noch einen Internet-Router besitzen und alle digitalen Dienste, die Sprachtelefonie, das Internet und TV über diese Technologie – eben All IP – beziehen werden. Die Umstellung für Privatkunden geschieht in der Regel bei einem Produktwechsel oder einem Umzug.

Sanfte Migration

Abzuwenden ist diese Umstellung nicht, weil der gesamte Globus momentan auf die neue Internettechnologie umschwenkt. Damit die Schweiz wettbewerbsfähig und ein attraktiver Standort für den Handel bleibt, muss sie mit dieser Entwicklung mitziehen. Bekannt ist diese Stoßrichtung zu All IP bereits seit 2014 – also keine Überraschung. Dennoch muss spätestens in einem Jahr alles umgerüstet sein (siehe Swisscom – Gemeindebrief).

In den meisten Fällen lässt sich das bestehende analoge Telefon weiterverwenden. Lediglich sehr alte Wählscheibentelefone oder ISDN-Geräte müssen durch ein neues Gerät ersetzt werden, sofern kein entsprechender Adapter zur Verfügung steht. Wer die Umstellung nicht in einem Zug machen möchte, hat die Möglichkeit, sie in zwei Schritten mitzumachen. Das Szenario der "sanften Migration" eignet sich besonders für Geschäftskunden im KMU-Umfeld, die schrittweise Abschaltung von ISDN und die Umstellung auf All IP. Mittels eines Adapters können die alten ISDN-Telefonzentralen und -Endgeräte weiterhin verwendet werden, sind dann aber bereits mit All IP verknüpft, und im zweiten Schritt kann die Anlage voll umfänglich ausgetauscht werden.

Schweizer Status

In der Schweiz telefonierten im Jahr 2014 laut einer Statistik von Gryps, einem Offertenportal, noch 70 Prozent der KMU und lediglich 20 Prozent der Großunternehmen über ISDN. Obwohl einige noch zögern, weist die Umstellung auf All IP entscheidende Vorteile auf: Im Gegensatz zu ISDN hat die neue Technologie einen deutlich grösseren Funktionsumfang, beinhaltet virtualisierte Cloud-Varianten, ist kostengünstiger, gewährt nationale und internationale Telefonie. Smartphones und Tablets sind über eine App auch VoIP-fähig.

Für die Realisation sollte genügend Zeit eingeplant werden, denn von der ersten Offerte bis zur Realisation der neuen All-IP-Anlage kann es schnell einen bis zwei Monate dauern. Weitere interessante Informationen zum Thema "Abschaltung analoges Telefonnetz" finden Sie im Merkblatt der Stiftung für Konsumentenschutz SKS. Ich hoffe dieser Beitrag konnte eine eventuell aufkommende Verunsicherung etwas entkräften.

Über einen Kommentar zu Ihren persönlichen Erfahrungen zum Thema "Umstieg zu ALL-IP" würde ich mich bestimmt nicht alleine freuen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihrer ALL-IP Migration.

Herzlichst
Urs Kobler

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Urs Kobler ist Autor und Inhaber der Unique Service Kobler GmbH mit Sitz in der Schweiz.

    1 Antwort zu "Analog und ISDN Telefon Abschaltung"

    • Peter Basler

      Wir haben lange nach einem Anbieter gesucht, der ISDN Umstellungen macht.

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